Gefahr durch Advanced Persistent Threats: Wir klären auf!
Advanced Persistent Threats (APTs) stellen eine besonders ernstzunehmende Art von Cyberangriffen dar. Diese Angriffe sind gezielt und langfristig angelegt, um in kritische Infrastrukturen einzudringen und über einen langen Zeitraum unbemerkt zu bleiben. Die folgenden Abschnitte bieten eine Übersicht über die Definition von APTs, deren häufigste Taktiken und mögliche Schutzmaßnahmen.

Merkmale und Historie von Advanced Persistent Threats
Advanced Persistent Threats bezeichnen komplexe, zielgerichtete Angriffe, bei denen Schadsoftware unbemerkt in ein Netzwerk eindringt und sich dort heimlich ausbreitet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Angriffen, die oft auf eine schnelle Schadensverursachung abzielen, zeichnen sich APTs durch ihre Langfristigkeit und Geheimhaltung aus.
Einmal im System, agieren APTs nicht sofort aggressiv, sondern sammeln über lange Zeit hinweg Daten oder richten anderen Schaden an. Diese Art von Bedrohung ist schwer zu erkennen, da die Angreifer ihre Aktivitäten gut verschleiern.
Früher konnten Netzwerke durch einfache Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls, Antiviren-Programme und regelmäßige Updates geschützt werden. Heute sind jedoch gezielte Angriffe von professionellen Cyberkriminellen, einschließlich sogenannter Cyber-Söldner, häufiger und komplexer. Diese Angriffe sind oft finanziell oder politisch motiviert.
Advanced Persistent Threats sind kein neues Phänomen. Schon in den 1980er Jahren zeigte der KGB-Hack Merkmale eines APTs, bei dem Angreifer in Netzwerke eindrangen, Daten sammelten und diese an den KGB weitergaben.
Im Gegensatz zu traditionellen Angriffen, die viele Opfer gleichzeitig anvisieren, konzentrieren sich APTs auf spezifische Ziele oder eng definierte Zielgruppen. Die Angreifer nutzen eine Vielzahl von Techniken und nicht nur eine einzelne Schadsoftware, um Zugang zu verschaffen und ihren Einfluss auszubauen.
Methoden des initialen Angriffs
Die MITRE Corporation beschreibt verschiedene Taktiken, wie Angreifer initialen Zugriff auf Systeme erlangen können. Diese Taktiken umfassen:
- Drive-by-Angriffe: Ausnutzung der Interaktion von Nutzern mit Websites.
- Exploitation von öffentlich zugänglichen Anwendungen: Nutzung von Schwachstellen in Anwendungen, die für jedermann zugänglich sind.
- Externe Remote-Dienste: Angriffe über externe Zugänge und Dienste.
- Zusätzliche Hardware: Einsatz von Geräten wie „Evil Twin“-Hotspots.
- Phishing: Täuschung von Nutzern, um sensible Daten zu erlangen.
- Replikation durch externe Geräte: Einsatz von USB-Geräten zur Verbreitung von Schadsoftware.
- Supply-Chain-Angriffe: Kompromittierung durch Schwachstellen in der Lieferkette.
- Ausnutzung bereits infizierter Knotenpunkte: Nutzung von bestehenden Infektionen.
- Legitime Benutzerkennungen: Missbrauch von gestohlenen oder kompromittierten Zugangsdaten.
Die Vorbereitung und Durchführung eines Angriffs hängen stark von der gewählten Methode ab, was eine breite Palette von Angriffstaktiken ermöglicht.
Maßnahmen zur Vorbereitung auf APTs
Zur Abwehr von APTs ist eine kontinuierliche und umfassende Sicherheitsstrategie erforderlich. Wichtige Maßnahmen umfassen:
- Aktualität der Geräte: Regelmäßige Updates und Patches.
- Einführung eines SIEM/SOC: Einsatz eines Security Information and Event Management-Systems oder eines Security Operations Centers.
- Endpoint Protection: Schutz durch Antiviren-Software und andere Sicherheitslösungen.
- Monitoring und Alarmierung: Einrichtung eines umfassenden Monitorings.
- Schulung der Mitarbeiter: Regelmäßige Fortbildungen und Awareness-Schulungen.
- Endpoint Detection and Response (EDR): Einsatz fortgeschrittener Erkennungstechnologien zur Überwachung und Reaktion auf Bedrohungen.
Es ist entscheidend, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht nur initial implementiert, sondern kontinuierlich überwacht und aktualisiert werden. Regelmäßige Bewertungen der Sicherheitsstrategien und Penetrationstests sind essenziell, um die Sicherheitslage aufrechtzuerhalten.
Abwehrstrategien gegen Advanced Persistent Threats
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt im Falle eines APT-Angriffs ein strukturiertes Vorgehen:
- Identifikation und Analyse: Erkennung der betroffenen Systeme, Untersuchung der Schadsoftware und Feststellung des Schadens.
- Monitoring und Eindämmung: Intensives Überwachen des Netzwerks, Verhinderung weiteren Datenabflusses und Blockierung der Angreiferzugänge.
- Neues Sicherheitskonzept: Entwicklung und Implementierung eines aktualisierten Sicherheitsplans.
Die Abwehr eines APT-Angriffs kann Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Aufgrund der Komplexität und oft fehlenden internen Expertise empfiehlt das BSI die frühzeitige Hinzuziehung externer Experten. Das BSI bietet eine Liste qualifizierter Dienstleister für die Reaktion auf APTs, um Unternehmen bei der Bewältigung solcher Angriffe zu unterstützen. Spezielle BSI Incident Response Dienstleister sind dafür zuständig, IT-Sicherheitsvorfälle schnell zu erkennen und zu beheben, um den Schaden für die betroffenen Unternehmen zu minimieren.
Schützen Sie Ihr Unternehmen vor Advanced Persistent Threats
Ein fundiertes Verständnis von APTs und die Implementierung robuster Sicherheitsmaßnahmen sind entscheidend für den Schutz von Unternehmen und deren Daten. Neben technologischen Maßnahmen ist das Bewusstsein der Mitarbeiter für Sicherheitsrisiken von großer Bedeutung.
Eine umfassende Sicherheitsstrategie sollte daher sowohl technische Lösungen als auch Schulungsmaßnahmen umfassen, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten. Vertrauen Sie zum Beispiel auf die Expertise von intersoft consulting, um Ihre Daten vor Advanced Persistent Threats und anderen Cybergefahren zu sichern.
Lesen Sie hier, warum eine Incident Response Strategie sinnvoll ist, um Cyberangriffe zu meistern.
FAQs – Gefahr durch Advanced Persistent Threats
Was bedeutet APT?
APTs, oder Advanced Persistent Threats, sind zielgerichtete Cyberangriffe, die darauf abzielen, unbemerkt in kritische Systeme einzudringen und über längere Zeiträume aktiv zu bleiben. Diese Angriffe durch APT-Gruppen sind oft komplex und erfordern speziell entwickelte Schadsoftware.
Wie laufen APT-Attacken ab?
Bei APT-Attacken sammeln die Angreifer heimlich Daten und bemühen sich, unentdeckt zu bleiben. Sie verwenden fortgeschrittene Techniken, um sich im System auszubreiten, ohne sofortige Aufmerksamkeit zu erregen.
Was sind die häufigsten Arten von Cyberangriffen?
Zu den häufigsten Cyberangriffen gehören Social Engineering und Spear Phishing. Diese Methoden manipulieren gezielt Nutzer, um Zugang zu sensiblen Informationen zu erhalten und Schwachstellen in der Sicherheit auszunutzen.
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Joanna Lang-Recht
Director IT Forensics